Che Boludo! Endlich Sommer in Argentinien!

November 21st, 2007 2 Kommentare »

 

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Und schon wieder sind ca. zweieinhalb Wochen vergangen, und schon wieder ist so Einiges passiert in dem mittlerweile überaus hochsommerlichen Argentinien :-)

Die Haarfrage

Nachdem leider doch recht wenige von Euch sinnige Lösungen für das überaus schnellen Nägel– und Haarwachstum in diesem Lande vorgeschlagen haben, habe ich selbst noch ein wenig recherchiert, und nach einer gründlichen Befragung meines Kollegen Martin, der acht Jahre in Hongkong gearbeitet hat, kamen wir beide zu der Erklärung, dass es etwas mit der hohen Luftfeuchtigkeit in diesen Zonen zu tun haben müsste, da er das Phänomen auch schon in Hongkong festgestellt hatte – Frage also geklärt - sehr schön :-)

Le Bar und lebende Filmtheoretiker
Anfang November fand hier in Buenos Aires dann die Meacvad 07 statt (Muestra Euroamericana Cine + Video + Arte Digital) zu der das Goethe-Institut den deutschen Videokünstler Bjørn Melhus eingeladen hatte. (Alle fleißigen Museum Ludwig - Gänger Kölns werden ihn wahrscheinlich von einer seiner letzten Installationen dort kennen).
Zum Auftakt traf man sich dann in „Le Bar“, einer der angesagtesten und verrücktesten Bars der Stadt, dessen merkwürdige rote runde Tische man wirklich nur schwer beschreiben kann, die aber zu einiger Erheiterung führten :-) Höhepunkt des Abend war für mich dann eine Begegnung mit Jean-Louis Comolli, einem DER französischen Filmtheoretiker und zudem ehemaliger Redaktionschef von „Cahiers du Cinéma“ (für uns Filmstudenten in einem Zusammenhang zu nennen mit
André Bazin oder Jean-Luc Godard), dessen Anwesenheit mich komplett sprachlos machte, weshalb ich gerade mal Hallo und Tschüss herausgestammelt bekam..
Naja, wenigstens meine Chefin hatte am nächsten Tag die Freude, seinem Seminar über die verlorene Unschuld im Dokumentarfilm, im Kino, im Video und im Fernsehen zu lauschen und mir danach begeistert davon zu berichten :-)
Dafür dürfte ich mich dann Donnerstag- und Freitagabend von Bjørn Melhus’ Werkschau begeistern lassen, nachdem Tabbi und ich erstmal an die hundert Kopfhörer für die Übersetzung an die zahlreichen interessierten Argentinier verteilt hatten. Auch der Künstler selbst war sehr interessant, sympathisch und witzig, und alles in allem war es eine Freude, ihm zuzuhören und sein Werk zu sehen!

Salsa en la Salsera…
heißt zwar einerseits nichts anderes als Soße in der Soßenschüssel, ist andererseits nun aber seit zwei Wochen eine meiner Lieblingsbeschäftigungen :-) Nehme nämlich mittlerweile 2-3 mal die Woche an Salsa-Kursen in der Tanzschule/Bar La Salsera teil, das Ganze macht wahnsinnig Spaß und ist mit unter 2 Euro für 2-3 Tanzstunden dazu auch noch grandios preiswert. In meiner Praktikantin-Kollegin Anna hab ich dann auch noch eine begeisterte Mittänzerin gefunden, obwohl sie schon seit Jahren Salsa tanzt – Kurse sind also ein bisschen langweilig für sie, aber am Freitag kam sie dann abends mit Salsa tanzen und wir haben ca. sechs Stunden am Stück getanzt, bis zumindest mir die Füße sooooo weh taten, dass ich es jetzt noch spüren kann :-)

Laptop-Crash und Spanisch-Examen
Es passierte wie immer im denkbar ungünstigsten Moment – Ich hatte mir extra einen Tag freigenommen, um gründlich für mein Spanisch-Examen zu lernen, da passierte es: Alle meine Befürchtungen wurden wahr und mit folgender kleinen Vorwarnung:

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verabschiedete sich die Festplatte meines nunmehr fast 4 Jahre alten Laptops und ward nie mehr gesehen.. mit dabei natürlich mein komplettes Lernzeugs für das Examen und ratet mal, wer wie immer kein Backup gemacht hatte.. Vollkommen panisch konnte mich Gabriel gerade noch beruhigen und schickte mich am nächsten Morgen zu einem Bekannten in einen Computerladen, der es irgendwie schaffte, immerhin alle Daten der Festplatte noch auf meine Externe-Platte zu kopieren, bevor sie endgültig in die ewigen Jagdgründe einging – meine Lerndateien schickte der nette Mann mir dann noch schnell per Email zu und versicherte mir, dass er eine neue Festplatte besorgen und mein Computerchen bis Montag für ca. 90 € wieder komplett hinkriegen könnte. Tabbi die gute Seele lieh mir übers Wochenende dann ihren Laptop aus, und so stand zumindest meiner mündlichen Prüfung am nächsten Tag nichts mehr im Wege ;-)
Die Prüfung lief dann auch bestens, und ich lernte noch eine super nette Brasilianerin kennen, die nur wegen des Examen nach Buenos Aires gereist war. Nachdem ich mir zur Belohnung endlich endlich einen Bademantel kaufte (ja ja.. war natürlich total unnötig ;-)
), ging es weitere 6 Stunden für die schriftliche Prüfung am nächsten Tag lernen, wobei sich von Stunde zu Stunde die erreichte Punktzahl in meinen Probeexamen verringerte :-(
Frustriert gab ich auf, und mein Freitagabend endete dann bei Charly, wo ihre Mitbewohnerin, die Designerin ist, mit ihren Designerinnen-Freundinnen einen so genannten „Showroom“ veranstaltete – so was wie ne Tupperwarenparty für Klamotten, nur dass man die gleich weg von der Stange kauft. So erstand ich ein Designertop für ca. 7,50 € und eine Designerkette für ca. 5 € - wer wird da gerade neidisch ;-)
Die 4-stündige Prüfung am nächsten Tag fing typisch argentinisch fast eine Stunde später an, in der wir uns alle noch schön verrückt machen konnten.. Alles lief dann trotzdem grandios gut, bis es am Ende zu dem Vokabel- & Grammatikteil kam, vor dem ich am wenigsten Schiss gehabt hab und ich am Ende sooo verunsichert war, dass ich sogar noch etwas Richtiges in falsch umänderte.. Naja.. ob’s doch gereicht hat, erfahr ich Anfang Februar, und mein Kollege Martin schaffte es dann auch ohne Probleme, mich mit einem Sektfrühstück wieder aufzumuntern :-)

Nach einer kurzen Shopping-Tour mit Martin sahen wir uns dann mit Tabbi „Wild at heart“ von David Lynch an, der gerade im Zuge einer Lynch-Reihe in der Fundación Borges lief. Für 8 Pesos bekamen wir dann einen superlauten Beamer vor die Nase gesetzt, die Klimaanlage lief auch Hochtouren und aus irgendeinem Grunde war es nicht möglich, das Raumlicht auszuschalten oder die Türe zu schließen – was ein Kinoerlebnis ;-)

Martin kündigte mir dann auch noch an, dass Nicolas Cage am Ende des Filmes stirbt, weshalb ich die folgenden zwei Stunden auf diesen Moment wartete, nur um am Ende festzustellen, dass der Film doch ein Happy End hat!

Geendet hat der Abend dann mit Tabbi und Martin Salsa-tanzend und Tino de Verano trinkend bei mir – ach wie nett!

11.11. - Día de la tradición in Gaucho-Stadt
San Antonio de Areco

Noch nicht ganz so frisch ging es dann am Sonntagmorgen mit Tabbi, Martin und Charly auf nach Gaucho-San Antonio de Areco, wo an diesem Tage der Día de la tradición gefeiert wurde. Pünktlich zum Karnevalsbeginn also ein Karneval voller Gauchos und Pferde :-)

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Nach einer Stunde Fahrt im super gemütlichen Coche-Cama Bus (Bettähnliche Sessel zum reinkuscheln), trafen wir dann auch schon auf die ewig andauernde Gaucho-Pferde-Parade, bei der man Nenes (Kiddis) auf Pferden sah, die wahrscheinlich eher reiten als laufen konnten:

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Auf die Parade folgte dann ein ca. dreistündiges reichliches Asado im Sonnenschein am Fluss Areco, der Besuch des Gaucho-Museum fiel aus, da das sinnigerweise gerade geschlossen hatte und nachdem wir nur nach Karten für den späten Bus zurück bekamen, trafen wir zum Glück in einer kleinen Hotelbar auf eine freie Weinverkostung und genossen Rotwein aus einer Bodega bei Mendoza, aßen leckeren Käse und wurden ca. 2 Stunden von dem „Pferdeflüsterer“ Joshi unterhalten, der deutsche Wurzeln hatte, noch ganz gut Deutsch sprach und uns von seiner Europareise als junger Mann und all seinen Jugendsünden erzählte ;-)
Vollgepackt mit einer Kiste Rotwein, einer Einladung in die Bodega nach Mendoza und einer weiteren Einladung auf Joshis Estancia in Areco, wo er uns seine Pferdeflüsterei zeigen wollte, stiegen wir schließlich müde aber zufrieden in den Bus zurück nach BsAs.

Hochsommerlicher Argentinischer Frühling & feuchtfröhliche Fiesta
Endlich endlich war es soweit und die hochsommerlichen Temperaturen hielten Einzug in den bisher ziemlich verregneten und kalten argentinischen Frühling. Seit einer Woche nun ist Flipflop-Wetter angesagt, die ganze Stadt blüht lila (dank der Frühlingsblüte des Jacarandá-Baumes):

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Ich genieße jeden einzelnen Sonnenstrahl,besonders seitdem wir den wunderschönen Klosterinnehofgarten entdeckt haben, der beim Institut um die Ecke ist und wo man entweder in einem der beiden Bistros draußen essen oder sich einfach mit Sandwich oder Salat auf eine Bank in die Sonne setzten kann – was für Mittagspausen :-)

Nach ca. sechstündiger Installtion hatte ich übrigens auch alle meine wichtigen Programme wieder auf meinem Laptop und kann Euch so auch weiterhin mit Wort und Bild meiner Zeit hier vergnügen – was war ich erleichtert!
Am letzten Samstag ging es dann nach besagter salsadurchtanzter Nacht mit Tabbi ins MALBA (Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires), wo wir bei einer zumindest für mich superinteressante Führung Werke von Diego Rivera und Frida Kahlo bestaunen konnten. Danach machten wir dann noch einen Abstecher zur metallenen Floralis Genérica, die sich schon zur Abendruhe geschlossen hatte:

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Abends schmiss Gabriel (übrigens von seinen Freunden gern auch „Gabi“ genannt) dann seine „Fiesta del Dark“ zu seinem 30. Geburtstag. Da er aber vergessen hatte, seinen Freunden mitzuteilen, dass es eine Mottoparty wird bei der alle „dark“ also schwarz gekleidet kommen sollen, waren wir dann halt nur dark zu dritt :-) Grandioser Weise freute er sich auch total über mein Geschenk, eine nach langem Suchen erstandene Ikea-artige Stehlampe fürs Wohnzimmer, da er eine ähnliche auf Fotos von meinem Zimmer in Köln bewundert hatte.
pict3472-klein.JPGTypischerweise begann die Party dann gegen 23 Uhr, wobei erst gegen Mitternacht die ersten und gegen ca. 3 Uhr morgens die letzten Gäste kamen. Die Fiesta war dann noch sehr amüsant (schon mal einem Haufen angetrunkener Argentinier beim Karaoke-Singen auf Englisch zugesehen ;-) ), feuchtfröhlich und endete auf jeden Fall für mich und den harten Kern gegen 10 Uhr morgens mit einer starken Tasse Kaffee ;-)

Und immer wieder Gauchos: Feria de Matadero
Wer feiern kann, der kann auch Ausflüge machen, weshalb ich mich tapfer nach ca. einer Stunde schlaf mit der Truppe aufmachte zur Feria de Matadero, deinem Vorort von Buenos Aires, in der allsonntäglich die Gauchos sich selbst feiern

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Das ganze war dann aber ausgesprochen amüsant und ich schlug mich den ganzen Tag tapfer, auch wenn ich bei jeder Gelegenheit (sogar stehend im Bus) einschlief :-(
Manchmal muss ich mich wirklich jetzt schon fragen, was ich bloß zu Hause wieder ohne meinen mittlerweile schon soooo liebgewonnenen sonntäglichen Kater machen soll:

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Leider nicht fotografisch dokumentiert blieben an diesem Tag drei argentinische Freundinnen, die sich laut meiner ersten Feststellung wohl unglücklicherweise alle zeitgleich die Nasen gebrochen hatten – die ARMEN! Auf jeden Fall dachte ich das, bis mich Anna an die hier unvergleichlich billigen Schöhnheits-OPs erinnerte, weshalb mein Mitleid dann auch sofort schwand ;-)

Letzte Arbeitstage, viel Sonne und Reiseplanungen
Ich selbst kann es ja immer noch nicht glauben, aber in schon zwei Wochen ist mein Praktikum in der Cinemathek des Goethe-Institut zu Ende! Zufälligerweise wird dann auch Ende nächster Woche an meinem letzten Arbeitstag im Institut, dem 30. November, das alljährliche „Bierfest“ im Goethe-Institut gefeiert – was ein Abschied :-)
Ansonsten genieß ich momentan vollkommen die Sonne und meine lernfreie Zeit hier und kann mich momentan noch so gar nicht auf die Rückkehr in den Kölner Winter freuen :-(
Nächstes Wochenende geht’s dann für drei Tage mit dem Schiff auf nach Uruguay, nach Colonia del Sacramento, Montevideo und Punta del Este, das uns netterweise Tabbis dort lebende Freundin Julia zeigen wird. Martin ist auch mit von der Partie – es kann also nur ein sehr witziges Wochenende werden ;-)
Auch die einwöchige Fahrt nach Mendoza und Chile Anfang Dezember ist nun festgeplant und gebucht, und ich freu ich schon auf eine sehr schöne Reise zusammen mit Charlita.
Und wer’s wissen möchte, dem kann ich bestätigen, bis zum heutigen 20. November noch keinen einzigen Weihnachtsmann gesehen zu haben!
Es schickt Euch Mil Besos und viel viel Sonne ins kalte Europa
Eure Nikita :-)

November 6th, 2007 Keine Kommentare »

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Da es letztes Mal leider so lange gedauert hat, bis ich mich mal wieder gemeldet habe, bekommt ihr nun jetzt schon nach einer Woche wieder mal ein paar Neuigkeiten von mir :-)

Lange Tage – lange Nächte

… das wäre wahrscheinlich die treffendste Beschreibung für meine Woche ;-)
Erstmal hab ich endlich die letzten Stunden meines Spanisch-Examen-Vorbereitungskurs hinter mich gebracht (übrigens wieder zweimal kompletter Einzelunterricht mit der Professorin für umgerechnet ca. 3 €), da alle anderen mittlerweile abgesprungen sind.. was das wohl heißen mag.. naja.. meine Professorin meint auf jeden Fall, ich hätte eine 99.9 % Chance zu bestehen, und ich glaub ihr das dann einfach mal ;-)
Deshalb hab ich dann den Rest der Woche direkt auch nicht mit lernen sondern mit ganz vielen anderen schönen Dingen verbracht, z.B. mit dem Versuch, ins Kino zu gehen. Da ein Film im Kino unplanmäßig ausfiel, irrten mein ehemaliger Mitbewohner William und ich daraufhin ca. anderthalb Stunden durch die Stadt von Kino zu Kino, nur um festzustellen, dass zwischen 21-22.30 h hier einfach keine Filme anfangen.. Gelandet sind wir dann letztendlich ziemlich spät in dem italienischen Film „Recordati Di Me“ mit Monica Bellucci in der Hauptrolle.. sehr amüsant, sehr traurig, sehr wahr, sehr zu empfehlen
:-)
Mitte der Woche wollte ich mich abends eigentlich gemeinsam mit Clement, einem anderen ehemaligen Mitbewohner aus der 12er WG, zu meiner ersten Tango Stunde wagen, da ich eine sehr preiswerte Schule hier um die Ecke entdeckt habe (ca. 2,20 € die Stunde) und man ja eigentlich in der Stadt des Tangos einfach Tango lernen muss
;-) Leider kam uns die Eröffnungsfeier von einer Bar hier im Viertel dazwischen zu der wir eingeladen wurden und wo’s dann den ganzen Abend Frei-Cocktails und Frei-Essen gab.. man kann sich vorstellen, wie fit ich am nächsten Tag zur Arbeit gekommen bin ;-)
Trotzdem ging’s am gleichen Abend direkt weiter, erstmal zu einer Goethe-Institut-Veranstaltung, es wurde der Film „Kebab Connection“ gezeigt, der zwar ganz amüsant war, mich aber wirklich nicht sooo begeistert hat.. Danach ging’s dann sehr argentinisch zu ca. 10 Leuten Pizza essen, d.h. man bestellt 2-3 riesige Pizzen mit allem Möglichen drauf, was man sich so vorstellen kann (sogar Eier machen die hier auf die Pizza..) und dann geht’s los..
Den krönenden Abschluss der Woche stellte dann das gemeinsame Konzert von Starsailor, Travis und The Killers dar, zu dem sowohl eine Freundin von Tabbi aus Uruguay als auch Elisa aus Córdoba angereist waren, und zu sechs Mädels machten wir uns dann auf in die Provinz von Buenos Aires, wo das Konzert in einem Fußballstadion stattfinden sollte.
Einlass war ab 19 Uhr, Konzertbeginn ab 20 Uhr und als wir gegen 20.15 Uhr ankamen, hatten Starsailor unglaublicher Weise schon angefangen zu spielen (normalerweise beginnen Bands hier mindestens 45 Min später als angesagt…). Pech für uns, dass die Mehrzahl der anderen Besucher typisch argentinisch auch zu spät gekommen war und wir uns in die längste Schlange einreihen konnten, die ich je bei einem Konzert gesehen hab.. Ungelogenen mehrere Häuserblöcke lang, mit Polizisten, die die Straßen dazwischen absicherten.. Als wir eine Stunde später endlich ins Stadion kamen, spielte Starsailor gerade mit „Four to the Floor“ ihren letzten Song
:-( (übrigens vor immer noch halb leerem Stadion…) Belohnt wurden wir dann aber kurze Zeit später mit Travis! Ihr Konzert war einfach nur geil! Der Sänger super sympathisch, super gut drauf, super süße Lachfältchen um die Augen, und die haben dann glaube ich über anderthalb Stunden gespielt – seeeeeehr schön :-)
Der Hauptakt des Abends „The Killers“ (argentinische Aussprache „Kielas“ – hab mich erstmal lange gewundert, was die da wohl schreien ;-) ) haben dann leider nach Travis über eine Stunde auf sich warten lassen, und nachdem Tabbi, ihre Freundin Julia und ich schon nach dem zweiten Song vor der pogenden Menge von vorne nach hinten flohen, hielten Charly, Elisa und die kleine total nach dem Killers-Sänger verrückte Schwester von Charlys Mitbewohnerin bis zum dritten Song vorne aus und wurden dann nacheinander von den Security-Leuten aus der Menge gezogen.. super
;-)

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Unglaublich, dass wir es nach so einem Abend wirklich noch geschafft haben, am nächsten Morgen zu fünft nach Tigre zu fahren, wo das Fluss-Delta vom Rio de la Plata beginnt.
Mit dem Boot sind wir dann mitten ins Delta rein, was einfach nur wunderschön war.. und nach ca. einer Stunde Fahrt erwartete uns dann ein leckeres Asado in der Sonne direkt am Fluss:
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und danach entspannendes Sonnenbaden an einem kleinen Strand am Fluss (Fotos s. Galerie)
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– so lässt es sich wirklich leben ;-)
Nach ein paar Stunden ausruhen ging es dann um Punkt Mitternacht in die erste Bar in Palermo. Zwei Stunden später wieder nach San Telmo in einen Pub, wo wir einen Freund von Elisa trafen und dann mit ein paar Argentiniern gegen 4 Uhr noch weiter in eine Boliche (Disco) namens „El Living“ (argent. Aussprache „Liiiiiiiiiiiewing“ ;-) ), wo sie von Queen über Beatles bis The Killers alles spielten und außerdem Warsteiner getrunken wurde – und das leider nicht zu knapp, weil die Argentinier uns Mädels eingeladen hatten..
Geendet hat der Abend dann gegen kurz nach 7 Uhr mit einem typisch argentinischen Frühstück bestehend aus Café und Media Lunas.

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Der Original-Evita-Balkon der Casa Rosada

Mit meinem gewohnten sonntäglichen Kater machte ich mich dann Sonntag nachmittags auf zu einer historischen Stadtführung vom Plaza de Mayo über Montserrat nach San Telmo, die ein bei einer Goethe-Lehrerin deutschlernender Geschichts-Doktorand umsonst für uns Praktikanten auf deutsch veranstaltete, um sich in der Sprache zu üben. Die Tour war wirklich super interessant, nach ca. 4 Stunden war ich dann aber sooo müde, dass das für Sonntagabend geplante Sushi-Essen (1 Sushi = 1 Pesos = 0,22 €) leider ausfallen musste – dann wohl ein anderes Mal :-)
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Öfter mal nachfärben :-)

Ansonsten kommt hier noch eine Frage an alle, die es vielleicht wissen:
Seit zwei Monaten nun bilde ich mir ein, dass in diesem Land sowohl die Haare als auch die Nägel schneller wachsen als ich es in Europa erlebt habe – noch nie musste ich mir sooo oft die Haare nachfärben, da sie sooo schnell wachsen und auch Nägel müssen beinahe ständig hier geschnitten werden, wenn man nicht dem Struwelpeter Konkurrenz machen möchte..
Wer weiß, woran das liegen könnte? Nach meinen Überlegungen könnte es etwas mit dem Wasser hier zu tun haben, das vielleicht irgendwelche chemischen Stoffe beinhaltet.. aber weiß vielleicht irgendjemand das besser? Alle Antworten und Vorschläge gerne an mich
;-)

October 29th, 2007 Keine Kommentare »

Leider hat das diesmal mit dem schönen 2-Wochen Rhythmus nicht ganz geklappt, was natürlich daran liegt, dass hier unglaublich viel passiert ist ;-)
Und damit das Lesen nicht zu anstrengend wird, bekommt ihr die letzten 3 Wochen jetzt in kleinen thematischen Häppchen serviert:

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Argentinisches Rindfleisch & Deutsches Kasseler

Das Wichtigste in der ersten Woche war wahrscheinlich das Essen – davon gab’s nämlich viel, ausreichend und sehr unterschiedliches. Zuerst lud der Chef das deutsche Experimental-Jazz Trio Nubox und uns in ein spanisches Restaurant ein, in dem ich endlich mal wieder leckere Tortilla und Serrano Schinken essen konnte.

Während der „Noche del museos“ am nächsten Tag gab’s dann auch nicht nur viele Museen zu bestaunen, viel unterschiedliche Musik zu hören, sondern auch viel, viel argentinisches Fleisch zu essen und zwar in Sandwich-Form. Angefangen um 19 Uhr abends mit einer Art Steak im Brötchen im ersten Museum, dann kurz nach Mitternacht auf dem Weg zum Abschluss Open-Air Konzert am Hafen ein zweites Sandwich in einer der zahlreichen Grillbuden und zum Abschluss der Nacht um ca 5 Uhr morgens ein Drittes an der Tankstelle um die Ecke ;-) Ansonsten mussten wir in dieser Nacht erfahren, dass Alkohol-trinken auf öffentlichen Plätzen verboten ist, weshalb es für uns während des ganzen Konzertes (falls jemand sie kennt, es spielten unter anderem „La bomba del tiempo“ und Kevin Johansen) keinen Tropfen gab. Wohl das erste Mal in meinem Leben, dass ich um ca. 6 Uhr morgens das erste und auch letzte Bier des Abends getrunken hab ;-)
Nachdem Charly und ich gegen 7 Uhr ins Bett fielen, gab’s dann am nächsten Tag ein ausgiebiges und sehr deutsches Sonntagsfrühstück mit allem drum und dran zur sehr argentinischen Zeit, nämlich gegen 4 Uhr nachmittags :-)
Zutaten dafür hatte ich in einem großen Supermarkt gekauft, der gerade eine deutsche Woche hatte. Da gab’s dann auch so leckere Sachen wie Sauerkraut, Kasseler und deutsches Bier ( wenn auch natürlich kein Kölsch :-( ), weshalb ich direkt die Gelegenheit wahrnahm, meine argentinischen Mitbewohner zu einem deutschen Essen einzuladen. Das Essen war dann auch das einzig Deutsche an dem Abend, weil es erstmal eine Stunde später begann und dann auch nur mit meiner Mitbewohnerin Marianna, weil Gabriel dann erst so gegen halb zwölf Uhr nachts kam, da ist nämlich hier normal Essenszeit ;-) Geschmeckt hat’s aber trotzdem allen, auch wenn ich leider weder Quark noch Kirschen im Glas auftreiben konnte (Quark scheint es hier wirklich nicht zu geben!) und es zum Nachtisch dann ganz argentinische „Dulce de Leche“ gab. Das ist so ne Art Karamell-Creme, die die Leute hier wie bei uns Nutella sogar pur aus dem Glas essen und die es in jeglicher Form zu kaufen gibt. Zum Beispiel auch auf den super leckeren Mini-croissants, Media Lunas (Halb Monde) genannt, die hier bei keiner Tasse Kaffee fehlen dürfen. Gegen Ende der Woche gab’s dann nochmal massenweise Fleisch, da ich endlich das erste Mal Parilla Essen gegangen bin. Das ist jede Menge Rindfleisch, das direkt und normalerweise ohne jegliche Beilage vom Grill serviert wird, weshalb man auch von „Asado“ spricht (Gegrilltes). Sehr sehr lecker, aber auch sehr sehr viel – wer mag, kann sich die Fotos dazu in der Gallerie anschauen!
Die Arbeitswoche war dann angenehm ruhig, da pünktlich Montags das Internet im ganzen Institut verschwand und die ganze Woche nicht mehr auftauchte ;-) Die in Deutschland bestellten Ersatzfestplatten, mit deren Ausfall die ganze Sache wohl zu tun hatte, wurden dann prompt aus versehen erstmal nach Äthiopien geschickt, und im Goethe stellte sich die Zeit um ca. 20 Jahre zurück ;-) Das totale Chaos kehrte ein, und die einzig Relaxte war die argentinische Leiterin der Kulturabteilung, die einfach gar nicht mehr zur Arbeit kam und allen Deutschen empfahl, sich doch nicht so aufzuregen – da sind sie wieder, die interkulturellen Differenzen ;-)

 

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CÓRDOBA & ALTA GRACIA
Die über 700 Kilometer Entfernung zwischen Buenos Aires und Córdoba sprechen in diesem Land keineswegs gegen einen kleinen Wochenendausflug mitten ins Herz Argentiniens, zumal, wenn das Wochenende auch noch durch einen Feiertag verlängert wird, dem sogenannten „Día de la raza“ (Tag der Rasse), gemeint ist die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Als ich mich mit einem Taxifahrer darüber unterhielt, dass in Deutschland der Begriff „Rasse“ nicht mehr gerne benutzt wird, guckte er mich ganz verständnislos an und meinte dann wortwörtlich, dass ja nicht alles GUT gewesen wäre, was Hitler so gemacht hätte, aber das mit den Juden, das wäre doch mal gut gewesen, denn die seien eh das rassistischste Volk überhaupt.. Dazu hatte ich dann wirklich nichts mehr zu sagen..
Naja, auf dem Foto hier kann man auf jeden Fall sehen, wie manch einer hier Kolumbus Entdeckung noch so einschätzt:

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Es ging also auf nach Córdoba und zwar mit dem Bus auf die „Semi-Cama“ Art, d.h. Halbbett und bedeutet, dass die Sitze recht gemütlich sind und man wahrscheinlich auch ganz ordentlich hätte schlafen können, wenn der Busfahrer nicht Spaß daran gehabt hätte, erstmal die Heizung voll aufzudrehen, um sie dann mitten in der Nacht komplett abzuschalten, dafür aber die Klimaanlage auf Hochtouren laufen zu lassen. Mit dem Ergebnis, dass ich erstmal krank in Córdoba ankam. Dort wurden wir aber von dem herrlichsten Sommerwetter begrüßt, und ich konnte trotzdem den ersten Tag in dieser wunderschönen und sehr viel ruhigeren Stadt genießen. (s. Fotos in der Galerie).

Leider wurde die Erkältung dann aber schlimmer, und wir entschieden uns dagegen, am Sonntag ins deutsche Dorf Villa General Belgrano zu fahren, wo gerade das deutsche Oktoberfest stattfand. Zum Glück war ich dann wieder Montags halbwegs fit, um mich mit Kathi auf nach Alta Gracia zu machen, einem kleine Örtchen mitten in der Sierra und Wohnort des kleinen Che Guevaras, wohin seine Eltern auf Grund seines Asthmas mit ihm hingezogen waren. Das Örtchen und seine Lage mitten in den grünen Bergen war traumhaft und ich konnte endlich wieder mal frische Luft schnappen:

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Die Fahrt von Córdoba aus in einem kleinen ca. 20 Personen Bus kann wohl am Ehesten als abenteuerlich beschrieben werden. Der Busfahrer fuhr auch bei strömenden Regen kein Stück langsamer, hörte dazu noch auf seinen Kopfhörern Musik und hatte kein Problem damit, auf der Gegenfahrbahn Autos zu überholen, weshalb Kathi neben mir erstmal tausend Tode gestorben ist. Dafür kostete die Fahrt von ca. einer Stunde dann auch unter einen Euro, was einfach unglaublich ist.. Die 10 Stunden Busfahrt nach Córdoba kostete übrigens auch nur 20 Euro die Strecke – im Bus reist es sich wirklich am Günstigsten hier, und wenn man dann noch 5-10 Euro pro Strecke mehr ausgibt, kann man auch ganz luxeriös mit dem Suite Bus fahren, da hat man dann richtige Betten und Service wie im Flugzeug ;-)

Obwohl die Fahrt zurück nach Buenos Aires dann ziemlich anstrengend war, weil ich erstens noch krank war, zweitens unter der Notbeleuchtung schlief und mein Sitznachbar hinter mir sein Handy vergessen hatte auszuschalten, was dann gefühlte 5 Stunden lang ständig klingelte, war es insgesamt ein wunderschönes Wochenende und mein erstes und definitv nicht letztes außerhalb von Buenos Aires ;-)

Bitomsky & die Toten
Zurück in Buenos Aires war der deutsche Doku-Filmer Hartmut Bitomsky bereits eingetroffen und kämpfte sich durch seine ersten Interviews bis zur abendlichen Diskussionsrunde mit Filmstudenten, die meine Chefin dann übersetzte. Davon abgesehen, dass Bitomsky auf jede Frage ca. 20 Minuten antwortete und es dementsprechend mehr eine Vorlesung als eine Diskussionsrunde war, war es super interessant, besonders für mich als Filmstudentin. Danach gingen wir dann in eins der feinsten italienischen Restaurants, die ich je gesehen hab essen – diesmal auf Einladung des Seminarleiters und nicht des Goethes :-)
(Da die Mehrzahl der Einwanderer Italiener waren, ist nicht nur die Sprache sondern auch das Essen der Argentinier sehr italienisch geprägt)
Dann folgten gleichzeitig die Eröffnungen des DocBsAs (Dokumentarfilmfestivals), auf dem die Retrospektive von Bitomsky laufen sollte, und die von DIVERSA, des Festivals für Homosexuelle und Transsexuelle, auf dem auch drei deutsche Filme zu sehen waren, unter anderem z.B. Praunheims „Dein Herz in meinem Hirn“ über den sogenannten Kannibalen von Rothenburg, von dem ich leider nicht weiß, wie er beim argentinischen Publikum hier angekommen ist. Die Woche war also voll mit Bitomsky-Betreuung und Filme sehen, was nicht ganz unanstrengend war und mich das ein oder andere Mal sogar im Kino einschlafen ließ.. Habe dann aber auch endlich meinen ersten argentinischen Film gesehen und zwar „De quién es el Portaligas“ (Wem gehört das Strumpfband?) von Fito Páez, der sehr dem Stile Almodovars entsprach und den ich jedem empfehlen kann – Kinoeintrittspreise variieren übrigens zwischen 2,50 Pesos für Studenten und 4-5 Pesos Normalpreis. Zur Erinnerung: momentan ist 1 Pesos = ca. 0.20 Euro – wirklich schade, dass ich bei den Preisen so wenig Zeit hab, ins Kino zu gehen ;-) Am Samstag gab’s dann eine kleine Bustour vom Goethe über die deutsche Architektur in Buenos Aires, die an jeder Ecke zu finden ist.

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Bus mal wieder total klimatisiert und Nike holt sich natürlich gleich auch noch ne Blasenentzündung.. Am Abend waren wir dann trotzdem noch wunderschön Indisch-Essen und danach in einer sehr chilligen Terrassen-Bar in Palermo-Hollywood Cocktails trinken, bis mich die Antibiotika-Einnahme ab Sonntag dann erst mal ca. eine Woche recht Alkohol-frei leben ließ :-( Antibiotika bekommt man hier übrigens gänzlich ohne jedes Rezept, was mir immerhin den zeitaufwendigen Gang ins deutsche Hospital dieses Mal ersparte. In die Apotheke kann man übrigens auch zu jeder Zeit, weil die 24 Stunden am Tag geöffnet haben.
Zuende ging die Woche dann mit einem wunderschönen Sommertag im Viertel Recoleta und dem Besuch des Friedhofes der Reichen & Schönen. Unter anderem natürlich auch von Evitas Grab (s. Foto-Gallerie).

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Buenos Aires von Oben & die Wahlen
Die Woche begann mit einer Essenseinladung vom „Subjefe“, also dem stellvertretenden Chef des Instituts, der uns Praktikanten alle zu sich in sein Apartment im 23. Stockwerk in Palermo zum Essen einlud. Nachdem wir die 4-5 Sicherheitsleute am Eingang durch unsere Einladung überzeugen konnten, uns endlich in das Gebäude hereinzulassen, konnten wir ein Essen genießen, für das zumindest ich ca. 4-6 Stunden in der Küche gestanden hätte und hatten zudem einen wunderschönen Blick auf das nächtliche Buenos Aires (s. Fotos).
Zum Abschluss gab’s dann noch jede Menge Schnaps (keinen Schnaps, den er nicht da gehabt hätte) in witzigen ausgefallenen Schnapsgläsern und interessante Gespräche über interkulturelle Differenzen zwischen Argentiniern und Deutschen.

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Am nächsten Abend lernte ich dann den Bruder von Marianna kennen, der zu Besuch war, und es wurden wie immer Empanadas bestellt - die ersten beschrifteten Empanadas, die ich je gegessen hab (der Inhalt war durch 1-2 eingestampfte Buchstaben auf jeder einzelnen Empanada gekennzeichnet ;-) )
Da seit ca. 2 Wochen endlich der sommerliche Frühling Einzug gehalten hat, konnten wir unsere Mittagspausen auch oft mit Salat oder Sandwich am Puerto Madero direkt am Fluss verbringen, was ein bisschen wie Urlaub während der Arbeitszeit ist und mir immerhin eine wunderschön gesunde Gesichtsfarbe bescherte ;-) Leider kamen mit den sommerlichen Frühlingstemperaturen auch die Mücken in die Stadt, und ich hab irgendwann aufgehört, die unzähligen Mückenstiche zu zählen. Mal wieder sehr argentinisch, dass schon am ersten Mücken-Tag in allen von mir aufgesuchten Farmacías das Mückenschutzspray komplett ausverkauft war.. Mittlerweile konnte ich eins auftreiben, bezweifle aber momentan seine Wirkung.. Ansonsten hatte ich letzte Woche dann noch einmal komplett Spanisch-Einzelunterricht, weil die andere Studentin nicht kam und bin momentan davon überzeugt, das blöde Diplom nicht zu schaffen, wenn ich nicht ab heute täglich ein paar Stunden lerne.. mal schauen, wies klappt, die Prüfungen sind schon in zwei Wochen.. :-(

Am Samstag ging’s dann mit einer zweiten Geothe-Tour nach La Plata der Provinzhauptstadt, wo wir die dem Kölner Dom nachempfundene Kathedrale bestaunen konnten und auch hier wieder einiges an deutscher Architektur zu finden war. Nur das bei uns wohl niemals ein Hochhaus gebaut werden dürfte, dass den Blick auf den Dom so dermaßen verdeckt :-)

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Abends zurück in Buenos Aires schafften wir es, um kurz nach acht noch Bier und Wein an einem Kiosk zu kaufen, weil hier am Tag vor den Präsidentschaftswahlen eigentlich ab 20 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden und ab 00 Uhr auch in den Bars keiner mehr ausgeschenkt werden darf. Also schnell vorher noch mit unserem Kollegen Martin, dem Verwaltungsleiter vom Goethe in die schöne Terrassen-Bar und lecker gegessen und Cocktails getrunken bis 00 Uhr. Danach schnell Wein und Bier bei Charlotte abgeholt und auf irgendeine Privat-Party in Palermo, die wie so oft eine Verkleidungsparty und alles in allem zwar recht amüsant, aber auch ziemlich langweilig war. Mitte November feiert mein Mitbewohner Gabriel übrigens seinen 30. Geburtstag und natürlich auch er mit einer Verkleidungsparty unter dem Motto „Fiesta del Dark“ (hier ist das englische Wort dunkel gemeint, weshalb es sich hier wahrscheinlich um eine Gothic/Medieval-Party handeln wird.. Nur Schade, dass all meine Sachen von früher in Deutschland im Schrank hängen.. ;-)
Den Wahl-Sonntag verbrachte ich dann überwiegend mit einem Riesenkater und den beiden Katzen zu Hause und verfolgte die unglaublichen Wahlzustände hier vorm Fernseher. Wie vorher schon klar war, gewann Christina Fernandez de Kirchner, die Frau vom vorherigen Präsidenten die Wahl, obwohl keiner, mit dem ich gesprochen hab, sie gewählt hatte.. Oft mussten die Leute Stunden darauf warten, die Wahlzettel von den anderen Kandidaten zu bekommen, weil die einfach aus den Kabinen rausgeklaut wurden waren, nur die von Christina waren natürlich immer da.. Wohl die erste Wahl, die ich erlebe, bei der es drei Tote auf Grund der langen Wartezeiten im Land gab..

Reisepläne
Da nun für mich schon Halbzeit hier in Argentinien ist und auf Grund des Praktikums ja leider fast nur die Wochenenden zum Reisen bleiben, sind die nun ordentlich durchgeplant worden. Sollte alles klappen, werde ich im November noch nach Tigre ans Fluss-Delta des Rio de la Plata fahren, zum Día de la Tradición, dem Gaucho-Tag, nach San Antonio de Areco und für drei Tage nach Uruguay nach Montevideo und Colonia del Sacramento.
Anfang Dezember geht’s dann auf nach Rosario und falls alles klappt mit Charly Mitte Dezember für ca. eine Woche nach Chile (Santiago, Valparaíso, Viña del Mar) und zurück über Mendoza mit einem Abstecher in das Valle de la luna (Mondtal) und die Talampaya-Schlucht. Dann kommt auch schon mein Schwesterherz mit Nadja und Polli zu Besuch, und wir machen uns auf zu den „Cataratas del Iguazú“, den Riesen Wasserfällen an der Grenze Argentinien-Brasilien-Paraguay. Für Patagonien bleibt leider einfach keine Zeit mehr, aber ich garantiere Euch, dass ich ganz sicher nicht das letzte Mal auf diesem Kontinent gewesen bin ;-)

Neue Adresse

October 8th, 2007 Keine Kommentare »

Der Vollständigkeit halber -
Meine neue Adresse ist übrigens:

Nike Zafiris
Tacuari 711, 1°A
1071 Capital Federal
Buenos Aires
Argentina

Telefonnummer:
0054 11 4334 2585

Aprilwetter im Oktober :-)

October 6th, 2007 3 Kommentare »

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Im schönen 2-Wochen Rhythmus gibt’s nun jetzt mal wieder alle Neuigkeiten aus der Stadt der immer besser werdenden Lüfte :-)

WOHNEN IN BUENOS AIRES
Letztes Wochenende ging das Abenteuer 12er WG nach einem zwar sehr spaßigen und feucht-fröhlichen, aber auch recht anstrengenden ersten Monat für mich zu Ende.
Zum Abschluss gab’s dann noch am Samstag eine sehr witzige Abschiedsparty, die gegen zehn mit einem leckeren Curry-Essen begann (Leo – der Brasilianer – ist einfach ein Super-Koch!) und gegen 5 Uhr morgens mit einem leckeren Steak-Burger an der Tanke um die Ecke endete.. Renato (so heißt der Chilene nämlich wirklich) hat für uns mit im Dunkeln leuchtenden Kegeln jongliert, zwischendrin wurde viel getrunken und getanzt, und am nächsten Morgen musste wir uns fragen, wie es wirklich jemand schaffen konnte, in den Kühlschrank zu kotzen… Zum Glück opferte sich mein lieber Mitbewohner Jan, nachdem er irgendwo Gummihandschuhe gefunden hatte, und da die Sonne vom Himmel schien, konnten wir noch ausgiebig auf der Dachterrasse brunchen :-) (Fotos der Abschiedsparty und fast aller meiner Mitbewohner gibt’s jetzt auch endlich in der Galerie!)

Seit Sonntagabend bin ich nun in der neuen Wohnung und fühle mich wirklich super wohl da! Meine beiden neuen argentinischen Mitbewohner: Gabriel, 29 und Marianna, 26 sind wirklich total nett (sie hatten mir sogar frische Blumen zur Begrüßung ins Zimmer gestellt), und endlich lern ich hier auch mal richtig argentinischen Slang! Darüber hinaus freue ich mich jeden Tag aufs Neue über mein sauberes Bad, die saubere Küche, mein schönes Zimmer, meinen kleinen Balkon – und natürlich über die 2 weiteren Mitbewohner, nämlich die beiden Katzen Enzo und Zinaida, die die Nächte vorzugsweise bei mir am Bettfußende verbringen – soooooooo süß! Auch übernachten kann man jetzt problemlos und kostenlos bei mir, hab sogar ein Ausziehbett! Fazit: Wirklich Glück gehabt!

DAS PRAKTIKUM
Weiterhin sehr interessant, aber weiterhin auch nicht unanstrengend.. Habe immer ausreichend viel zu tun und das Großprojekt „Bitomsky“ rückt immer näher, da er schon in anderthalb Wochen ankommt und ich gerade für seinen Terminplan zuständig bin..
Ansonsten hab ich die spanischen Untertitel von seiner Doku über die UFA korrigiert und musste mich schon schwer wundern, wie man aus dem Reichsfilmintendanten Dr. Hippler einen „Dr. Hitler“ machen kann… Ans tägliche Arbeiten hab ich mich auch immer noch nicht gewöhnt, besonders weil mein Spanisch-Diplom-Vorbereitungskurs zusätzlich Zeit frisst. Aber ich will mich nicht beschweren, denn für umgerechnet 4 € die Stunde sitzen wir da zu zweit oder zu dritt mit einer Lehrerin, die alles dafür tut, dass wir das Examen auf jeden Fall bestehen ;-)

DAS ESSEN
Bis auf Gabriels selbstgemachte Pizza und jede Menge ekliger argentinischer Süßigkeiten
(die zuckern hier sogar die Kaffeebohnen!) leider nicht viel Neues :-( Immerhin kann ich aber wieder essen, auch wenn mein Magen ab und zu immer noch spinnt. Leider hatte ich aber, wahrscheinlich auf Grund der guten aber oft ziemlich starken Lüfte hier, eine Bindehautentzündung verschleppt, weshalb sich meine Auslandskrankenversicherung mittlerweile sogar richtig rentiert hat ;-)

DIE STADT
Kenne mittlerweile ein bisschen mehr davon, war z.B. in einer der wirklichen schönen Parkanlagen hier. Davon abgesehen, dass der Park voller fetter Katzen war, die da leben, um die Ratten zu vertreiben, wirklich schön. Ansonsten hier momentan absolutes Aprilwetter – mal 25 Grad und Sonnenschein, dann wieder Dauerregen, unglaubliche Gewitter und Hagel.. Aber immerhin mittlerweile recht warme Temperaturen.
Shoppen war ich nun auch endlich – das Witzige: Es gibt hier einen Platz, an dem alle Geschäfte tagsüber Klamottenläden sind, die sich dann nachts alle in Kneipen und Bars verwandeln! Das nenn ich mal optimale Raumnutzung! Ansonsten gibt’s Designerklamotten ab 5 Euro – also Vorsicht vorm Shoppingrausch.. ;-)

DIE PORTEÑOS (Einwohner Buenos Aires)
Sind die geborenen Demonstranten. Hier wird eigentlich jeden Tag gegen irgendetwas demonstriert, meist mit viel Radau und viel Lärm. Ansonsten sind sie wahrscheinlich auch das langsamste Völkchen, das ich kenne.
Im Supermarkt in der Schlange hab ich schon die eine oder andere Aggression durchlebt und das tägliche Aufdenbuswarten geht mir auch schon ziemlich auf die Nerven.. aber naja.. man gewöhnt sich an alles :-)

PLÄNE
Am Wochenende gibt’s hier die lange Nacht der Museen und den Rest der Zeit wird Spanisch gelernt und ausgespannt :-)

REISEN
Chile ist ins Wasser gefallen – dafür fahren wir nächste Wochenende nach Cordoba, da hier nächste Woche ein Feiertag ist, weil da ja schließlich Amerika entdeckt wurde :-)
700-800 km Distanz scheint hier für einen Wochenendtrip kein Hindernis zu sein, ich bin schon jetzt gespannt auf die Busfahrt…

Das wars mal wieder aus dem schönen Argentinien. In ca. zwei Wochen gibt’s Neues.

Un beso a todos!

Fiestas & Primavera in Buenos Aires

September 21st, 2007 1 Kommentar »

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Mein Mitbewohner Jan und meine Kollegin Tabbi
und ich auf der sonntäglichen Fiesta in San Telmo

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Nachdem ich schon von mehreren Seiten recht ungeduldige Aufmunterungen bekommen habe, endlich mal wieder ein bisschen was hier ins Blog zu schreiben, werde ich genau das nun tun :-)

Jetzt ist es genau zwei Wochen her, seit dem ihr das letzte Mal von mir gehört habt, und natürlich ist in dieser Zeit allerhand passiert:

DIE 12er - WG - ein Abenteuer…
Mittlerweile weiß ich endlich, mit wem ich hier in der 12er WG genau zusammen wohne *g* und komme auf: 1 Österreicher, 2 Deutsche, 4 Franzosen, 1 Brasilianer, 1 Holländerin, 1 Kanadierin und 1 Chilenen (der hier wirklich wohnt, der, der hier nur rumhängt, ist in Wirklichkeit Argentinier) – und das Zusammenleben hat sich in den letzten Wochen zwar als nicht immer ganz unkompliziert (ständig „verschwinden“ einfach Sachen.. und Toilettenpapier ist Mangelware), aber immerhin als sehr sehr spaßig herausgestellt.

Ricardo, der Chilene, wird nämlich gerade Clown und übt täglich sehr fleißig bei uns in der WG – Wenn er mit seiner Glaskugel probt, kommt man sich manchmal so vor wie in einer eigenen privaten Cirque du Soleil – Vorstellung.. und auch ein Franzose hat Blut geleckt und kann mittlerweile immerhin schon mit 3 Kegeln jonglieren (Ricardo schafft das glaube ich mit 7!). Ansonsten wird aus jedem zweiten Abendessen eine kleine Party und des Öfteren kommt man hier dann gemeinsam in den frühen Morgenstunden nach Hause. Frühe Morgenstunden schließt übrigens alles ab 5 – 10 Uhr morgens ein, bis dahin wird hier nämlich normalerweise gefeiert.. Sei es auf der Straße, im Club, in WGs – einfach überall – daran muss man sich echt erstmal gewöhnen – besonders wenn man täglich ab morgens arbeiten muss.. :-(

DAS PRAKTIKUM
War in den letzten 2 Wochen dann doch schon recht anstrengend. Bin eigentlich täglich zum Festival de Cine Alemán gegangen, hab viele viele schöne deutsche Filme gesehen, darüber hinaus recht komplizierte Texte über die Filme von Hartmut Bitomsky ins Spanische übersetzt (was dann auch echt an die Grenzen meiner Spanischkenntnisse reichte) und habe mittlerweile auch fast alle meine Arbeitskollegen kennen gelernt.

Die beiden Mitpraktikantinnen Charlotte (Charly) und Tabbita (Tabbi) sind echt super nette Gesellschaft und in den Mittagspausen gehen wir des öfteren leckere Empanadas Essen.

DAS ESSEN
Hab mein erstes argentinisches Rindfleisch gegessen – ein absoluter Traum.. dachte nie, dass ich mal Fleisch-Fan werde, aber das war sooo lecker!

Leider esse ich aber mittlerweile seit mehreren Tagen nicht mehr ganz so viel, da ich mir irgendwelche Magenbakterien eingefangen hatte, einen Tag mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Durchfall & Erbrechen verbracht habe und seitdem irgendwie kein Essen mehr vertrage..

Hatte echt Glück, dass sich Tabbi und meine Mitbewohner so rührend um mich gekümmert haben, sonst hätte ich wahrscheinlich ins Krankenhaus gemusst, und das wollte ich auf jeden Fall vermeiden.. Naja.. seit heute kann ich immerhin schon wieder zur Arbeit gehen..

Davor hatte ich mir übrigens auch noch den Fuß verstaucht (im dunklen Kino über eine Treppenstufe gestolpert.. wie schaffe ich das nur immer..) und Bekanntschaft mit den argentinischen Krankenhäusern gemacht.. genauer gesagt, dem Hospital Alemán, in dem ich niemanden angetroffen habe, der deutsch spricht.. supi J (Zu ihrer Verteidigung, der einzig deutsche Orthopäde war leider gerade nicht da..) Die Schmerzhämmer hab ich dann mal vorsichtshalber nicht in der empfohlenen Dosis von „alle zwei Stunden eine“ genommen, aber trotzdem geht’s dem Fuß schon wieder besser ;-)

DIE STADT
Auf jeden Fall wohl wirklich mit eine der gefährlichsten, in denen ich je war..
Ständig muss man auf Handtasche, Handy etc aufpassen. Die alten Damen gehen in Geschäfte, um ihr Kleingeld für den Bus rauszusuchen, weil sie Angst haben, das an der Haltestelle zu machen.. Überall betteln kleine Kinder oder wollen was verkaufen, die manchmal nicht älter als 4 -5 Jahre alt sind und für die Klauen mit zum Überleben gehört..

Auch das Taxi-Fahren wird zum Abenteuer. Hab wirklich Panik bekommen, als ein recht durchgeknallter Taxifahrer (wahrscheinlich war er auch noch auf Drogen..) in rasendem Tempo nachts die 5. rote Ampel überfuhr und meinte, sich dabei auch noch zu uns Richtung Rückbank umzudrehen, um ein Pläuschen zu halten.. war ich froh, da heil wieder rauszukommen…

Ansonsten konnte ich auf Grund des schlechten Wetters in den letzten Wochen (Dauerregen und mit bis zu 13 Grad auch echt recht kühl) nur noch einen weiteren Streifzug durch die Stadt unternehmen. Fotos dazu gibt’s in der Galerie, wo man z.B. die „Twin Towers“ von Buenos Aires und die Flußgegend bestaunen kann.

PLÄNE
Da hier heute endlich der Frühling ausgebrochen ist, werde ich am Wochenende (sollte ich bis dahin endlich wieder was zu mir nehmen können..) auch endlich mal die Stadt näher erkunden und sicher auch mal ein paar Parkanlagen bestaunen gehen.

Ab nächste Woche werde ich mich dann zwei mal die Woche einem Spanischkurs anschließen, der auf das DELE (Diplomas de Español Lengua Extranjera) Examen vorbereitet, das dann Anfang November stattfindet. Das ist hier um einiges Günstiger als in Deutschland oder Spanien und ich hab dann endlich mal was Offizielles über meine spanischen Sprachkünste.

REISEN
Bis jetzt noch nicht viel geplant. Wenn alles klappt und ich zwei Tage Urlaub bekomme, werde ich aber Anfang Oktober mit meinem Mitbewohner William für 4 Tage nach Santiago de Chile fliegen und mit dem Bus über Mendoza dann zurück nach Buenos Aires.

Das war dann wohl wieder mal Einiges von mir *g*

Freue mich natürlich, weiterhin auch von Euch zu hören, was sich zu Hause so alles tut :-)

Es schickt Euch ein paar gute Lüfte aus der nach dem Dauerregen nur noch halb so staubigen Stadt –

Eure Nike

Ein Fenster für Nike :-)

September 6th, 2007 2 Kommentare »

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Hola a todos!

Der dritte Tag in Buenos Aires und:

Nike hat ein Zimmer!

Wie ihr oben sehen könnt – diesmal MIT Fenster !!! Sogar mit kleinem Minibalkon :-)
Zwar etwas teurer als das Loch hier, aber für 3 Monate ist der Preis ok (immer noch billiger als in Köln) und dann wohne ich sogar mit 2 Argentiniern zusammen, einem super sympathisches Pärchen (Marianna und Gabriel). Internet und Telefon bleibt mir auch erhalten und sogar der Straßenname bleibt gleich, nur jetzt Nummer 711 statt 589 :-)

Hatte mir davor noch zwei andere Wohnungen angesehen und gemerkt: Es geht sogar noch schlimmer als meine Wohnung hier! Hier bleibe ich jetzt übrigens noch bis Ende September und ab dem 1. Oktober geht’s in die neue Wohnung. In der Zwischenzeit wohne ich dann hier mit 3 Franzosen, 1 Brasilianer, 1 Holländerin, 1 Österreicher, 2 Deutschen und 1 Kanadierin zusammen, von denen ca. die Hälfte echt ziemlich nett ist. Nur die Kanadierin ist richtig nervig und schnorrt sich jeden Tag von allen das Essen zusammen, die so höflich sind, zu fragen, ob sie auch was möchte (egal, ob das Essen offensichtlich nicht für sie reichen wird). Ansonsten spielt sie entweder Gitarre oder sitzt stoned in der Gegend rum .. Dann hängt hier noch ein ebenso higher Chilene rum, der aber ganz lustig ist, das Haus immer über die Terrasse verlässt und von dem ich aber keine Ahnung hab, was er hier macht..;-)

Was ich noch so gelernt habe, in den letzten Tagen:

1. In Argentinien begrüßt man sich mit 1 Küsschen auf die Wange – nicht mit 2, wie in Spanien. 2 Küsschen oder Händeschütteln führt zu einer recht peinlichen Stille nach der Begrüßung ;-)

2. Zahle nie mit Kleingeld, das braucht man nämlich für den Autobus, wo man nicht mit Scheinen zahlen oder diese wechseln kann.

3. Sage nie „Autobus“ – damit sind nämlich die großen Reisebusse gemeint. Die Stadtbusse heißen hier „Collectivos“.

4. Es gibt hier Straßen, die so breit sind, dass man ca. 3 Ampelphasen braucht, um sie zu überqueren.. wenn man schnell ist ;-) (ca. 18-22 Spuren breit)

5. Alle gehen über rot, auch wenn die Polizei daneben steht.

6. Oldtimer sind hier ganz groß im Rennen, je kaputter desto besser, hab gestern einen super geilen Ford Falcon gesehen.. ansonsten fährt hier wirklich alles, was 4 Räder hat und irgendwie noch fahren kann!

PRAKTIKUM

Läuft richtig gut an! Super nette Chefin, netter Kollege und nette Praktikanten in den anderen Institutsabteilungen. Konnte heute sogar schon meinen ersten kleinen Pressetext verfassen zu einer deutschen Filmreihe nächste Woche, der jetzt in der Wochenendausgabe des Argentinischen Tageblatts veröffentlicht wird – toll, nicht ;-)

Dann beginnt nächste Woche hier auch das große „Festival de Cine Alemán“, das siebte deutsche Filmfestival hier in Buenos Aires. Das Goethe Institut ist beteiligt und am Ende präsentiert das Institut als krönenden Abschluss des Festivals eine restaurierte Kopie des Filmes Faust von Friedrich Wilhem Murnau aus dem Jahre 1925. Das Ganze wird musikalisch vom Trio Infausto untermalt, sollte also witzig werden.

Und morgen beginnen dann schon die ersten Pressevorführungen für das Festival und ich schau mir zusammen mit meiner Chefin und der PR Frau vom Institut „4 Minuten“ an. Gut, dass ich im letzten Jahr so wenig Zeit hatte, Filme zu sehen, das kann ich jetzt alles nachholen :-)

Im Oktober gibt’s dann noch eine Retrospektive des deutschen Filmemachers Hartmut Bitomsky, der übrigens auch der Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin ist und uns dann auch hier besuchen kommt.

Dann gibt’s gleichzeitig noch ein großes Schwulen und Lesben Filmfestival und im November ne Filmreihe zu Alexander Kluge.. also Einiges für mich zu tun :-)

Die Arbeitszeit hier ist eigentlich recht angenehm von 10-17 Uhr mit ner Stunde Mittagspause, aber wenn was fertig werden muss (so wie heute), dann wird’s auch schon mal länger.. Leider ist der PC an meinem Arbeitsplatz kaputt, und weil die Gelder für einen neuen erst beim Goethe-Institut in Deutschland beantragt werden müssen, kann das wohl noch was dauern (ist schon seit 3 Monaten kaputt).. Aber da meine Chefin nur halbtags arbeitet, kann ich ansonsten ihren benutzen.. Also alles halb so schlimm ;-)

Morgen zeigt das Institut dann „Los Edukadores“ (Die fetten Jahre sind vorbei) und danach gibt’s ne Cocktailparty in der WG.

Also, heute mal nur gute Nachrichten von hier – alles gut außer das Wetter, das ist ungemütlich und kalt und es werden die letzten Winterabschluss-Stürme erwartet *brrrr*

Es schickt Euch die freudigsten Grüße aus der staubigsten Stadt der Welt

Nike

Noticias de Buenos Aires

September 4th, 2007 3 Kommentare »

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Hallo an alle!

So, hier also der erste offizielle Blog Eintrag aus Buenos Aires !

Hier bin ich nämlich endlich angekommen.. Und bevor ich gleich brav schlafen gehe, da morgen früh der erste Praktikumstag ist, hier die wichtigsten Infos:

Mein Flug war echt super grottig.. Nach ca 2 Stunden, ich war gerade eingeschlafen, fing mein Sitznachbar (ein etwas älterer glatzköpfiger Pole) plötzlich an zu schreien, fing am ganzen Körper an zu zittern, bekam Schaum vorm Mund und hatte einen epileptischen Anfall. Dabei hat er sich irgendwie den Kopf angeschlagen, dann alles vollgeblutet, ich war vollkommen überfordert und musste dann den Rest des Fluges auf den Stewardess-Sitzen verbringen, weil er sich dann auf drei Sitze quergelegt hat.. also alles ziemlich krass und natürlich so dann auch fast kein Schlaf für mich.. :-(

Ich hatte aber immerhin schon in Madrid einen netten jungen Argentinier namens Miguel aus Santa Fe kennen gelernt und mich dann mit dem während des Fluges unterhalten und oh Wunder - immerhin versteh ich diese Argentinier und die mich! Muss zwar noch einiges an Grammatik wiederholen, aber die Kommunikation klappt immerhin irgendwie ;-)
Ansonsten war dann nach dem Flug zum Glück auch das Gepäck da und ein Taxi hab ich auch gut bekommen. Mit 80 Pesos (20€) für hier wahrscheinlich ein bisschen teuer, war mir aber dann egal..bin so immerhin nicht ausgeraubt worden :-)

DIE WOHNUNG
Meine Vermieterin war natürlich nicht in der Wohnung.. aber zum Glück war eine Mitbewohnerin da..
Ansonsten ist hier leider in der Wohnung alles nicht ganz so toll.. musste direkt einen Mietvertrag unterschreiben ohne das Zimmer vorher zu sehen.. Das ist nämlich Schuhkartongroß und hat kein Fenster.. noch nicht mal eins mit Gittern, wie in Sevilla.. einfach gar keines und Wände aus Pappe..
Das Haus ist riesig aber total heruntergekommen…hätte vielleicht Charme, wenn man hier nicht wohnen müsste.. auch alle Badezimmer sind ziemlich ziemlich widerlich.. muss mich scheinbar noch an so Manches gewöhnen.. naja.. aber immerhin gibt’s Festnetz und Internet, das auch gut funktioniert.. Von ca 9 Mitbewohnerin (wie viel genau hier wohnen, ließ sich bis jetzt leider noch nicht herausfinden…) sind es 4 Deutsche… also eher suboptimal fürs Spanisch sprechen..
Aber immerhin mein brasilianischer Zimmernachbar Leo ist super nett und weil er Filmfreak ist, hat der ne riiiiiesen DVD Sammlung dabei – unter anderem alle Tarantino Filme ;-)
Ich glaube trotzdem nicht, dass ich hier länger als den ersten Monat bleiben will.. krieg nämlich irgendwie Paras in nem winzigen fensterlosen Raum..
War mir heute direkt ein Zimmer in einer anderen Wohnung anschauen.. und oh Schreck.. es geht also noch schlimmer… naja.. Mittwoch ist die nächste Besichtigung.. bis Ende des Monats werd ich schon was gefunden haben :-)
Naja.. die erste Nacht war dann auch nicht so prickelnd, denn wie konnte ich bloß vergessen, wie es ist, auf einem Brett zu schlafen.. außerdem hört man leider jede Silbe der Mitbewohner und der Musik, die sie hören, da mein Zimmer an den Aufenthaltsraum grenzt, den man durchqueren muss, der auch noch durchgangs zimmer ist, also ständig besetzt ist..
Außerdem steht in dem Raum übrigens auch die super mega laute Waschmaschine..
und auch ohne Fenster ist es leider taghell in meinem Zimmer, denn es hat zwar kein Fenster nach draußen, dafür aber zu diesem Zimmer und das ist komplett lichtdurchflutet ohne die Möglichkeit, irgendwelche Jalousien zu zu machen..

Zusammenfassung:
Wenn mich das alles schon nicht schlafen lässt, obwohl ich total tot bin, bedeutet das:
Kein Schlaf für mich, wenn Mitbewohner da sind, die Waschmaschine läuft und nicht gerade eine Sonnenfinsternis ausbricht oder tiefste Nacht ist..das heißt also.. so gut wie nie..

DIE STADT
Die Stadt ist wirklich unglaublich.. war gestern erstmal in meinem Viertel (San Telmo) spazieren, das hier wohl sowas wie das Künstlerviertel ist. Da war gerade Markt und alles voller Straßenmusikanten.. an jeder Ecke werden gebrannte Mandeln verkauft und die Stimmung ist super.. alles was heruntergekommen, aber halt mit viel Charme..
An meinem zweiten Tag, also heute, hab ich mich dann in die Innenstadt gewagt und das Goethe Institut ausfindig gemacht und sogar die U-bahn (subte) schon ausprobiert.
Manche Ecken erinnern mich an Städte wie Thessaloniki oder Athen.. alles voller Staub und für Kontaktlinsenträger die Hölle… Rieseneinkaufsstraßen und Hochhäuser so weit das Auge reicht..
Dann gibt’s kleine gemütliche Plätze wie in Sevilla mit Palmen und viel Grün –
die ersten Eindrücke sind auch in meiner Foto-Galerie festgehalten
(Link im Blog oder fotos.nikezafiris.de)

DIE LEUTE
bis jetzt echt nur gute Erfahrungen gemacht.. außer natürlich meine merkwürdige Vermieterin.. aber Miguel war nett, der Taxifahrer auch und bis jetzt alle Leute, die ich so auf der Straße angesprochen hab.. oder eher die mich :-) Denn wie mein Lonely planet Reiseführer es so schon beschreibt: “When standing on a street looking at a map as a woman, the average wait-time for a man to stop to offer directions is about one minute, 12 seconds” ;-)

WETTER
heute ein wunderschön sonniger Frühlingstag 15-20 Grad :-) Der Sommer kann kommen!

PREISE
Unglaublich billig.. hab gestern ein riesen Stück pizzaartigen Zwiebelkuchen mit Käse überbacken für unglaubliche 50 cent gekauft. Ganze Menüs gibt’s in Restaurants mit Getränken und allem für ca 4 Euro, die kleine Flasche Wasser kostet 30 cent und ein Bahnticket weniger als 20 cent..
Hab bei einem der vielen Chinos (von Chinesen betriebene Supermärkte, die ständig aufhaben) gestern einen Großeinkauf für ca 15 Euro gemacht.. so lässt es sich echt leben ;-)

KONTAKT
Vorläufige Adresse: Nike Zafiris, Tacuari 589, San Telmo, Buenos Aires Capital 1008, Argentina
Festnetz: 0054 11 4331 4923 (nach Niki fragen, la chica alemana..)
Handynummer gibt’s sobald ich so ne Karte hab. Ansonsten jederzeit per Mail, Skype, msn oder Icq :-)
Hab mir auch schon so eine Telefonkarte gekauft, das kostet ca 2,50 euro für 60 Minuten nach Deutschland telefonieren, also auch nicht teuer!

Soooooo, das nächste Mal wird sich kürzer gefasst – versprochen! Werde versuchen, ca. einmal die Woche hier ein paar Neuigkeiten von meinem Leben hier zu verbreiten und freue mich natürlich über jeden Kommentar/Mail/Post/Anruf oder Antwort jeglicher Art :-)

In diesem Sinne

Es drückt Euch

Eure Nike
(hier wieder einmal Niki :-) )

Plaza de Mayo - Buenos AiresPlaza de Mayo - Buenos Aires

August 29th, 2007 1 Kommentar »

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Bald ist es soweit!
Ich fliege für mein Praktikum am Goethe-Institut für 4 Monate nach
Buenos Aires/Argentinien !
Hier gibt’s bald alle interessanten Neuigkeiten, Bilder, Videos - rund um meine Reise!

Es grüßt Euch
Eure
*schonganzfleißigreisevorbereitungtreffende*
Nike -)